Fische für den Gartenteich

So schön, interessant und farbenprächtig Fische auch sein können, darf man doch nicht verkennen, dass sie zum Gedeihen eiweißreiches Futter benötigen. Und Eiweiß – das bedeutet nun mal Eier und Larven der übrigen Mitbewohner, Froschlaich, Kleinfische. Auch das Zusatzfutter kann Probleme aufwerfen, wird es zu reichlich gegeben, dann vergrößern die übriggebliebenen Reste das Nährstoffangebot. Das biologische Gleichgewicht ist dann schwerer zu halten oder der Teich kippt bei zu rascher Erwärmung um. Nur in größeren Teichen, die zudem viele Buchten haben und mit Unterwasserpflanzen reich besetzt sind, haben die Gejagten eine Chance, zu entkommen. Dort wird auch ein Zufüttern nicht erforderlich sein.

Wie viel Fisch verträgt der Gartenteich?

Dies hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich nicht generell beurteilen. Art, Größe und Sozialverhalten der Fische sind höchst unterschiedlich, außerdem das Tempo, mit dem sie wachsen und damit auch mehr Raum brauchen. In einem Aquarium können zum Beispiel viele Fische auf kleinem Raum leben. Dennoch gibt es eine Faustregel: Ein Fisch von maximal 50 cm Länge benötigt mindestens 1000 Liter Teichwasser.

Welche Arten soll man wählen?

Hier sollte man das unterschiedliche Temperament in Betracht ziehen: Manche Fische, zum Beispiel Goldfische und Orfen, gewöhnen sich an den Menschen so gut, dass sie nach einiger Zeit sogar aus der Hand fressen. Andere ziehen friedlich ihre Bahnen. Zudem gibt es Fische, die den Boden umwühlen, Pflanzen fressen oder sich rasend fortpflanzen. Die munteren Orfen haben in dieser Hinsicht mehr zu bieten als die trägen Kois. Auch das Aussehen ist wichtig. Fische mit hellen Farben sind deutlich sichtbarer als dunkle. Wenn Sie Fische in den Teich setzen, sollten von Anfang an ausreichend Unterwasserpflanzen eingesetzt werden. Obwohl viele Fische an ihnen knabbern, gehen sie doch selten davon ein. Vielmehr liefern sie reichlich Sauerstoff, was in stark besonnten Teichen lebenswichtig sein kann. Der Laich wird zwischen den Blättern abgelegt. Junge und ältere Fische finden hier Schutz, möglicherweise sogar vor den gefräßigen eigenen Eltern, die selbst vor dem eigenen Nachwuchs nicht zurückschrecken.

Fischfütterung

Häufig stehen den Fischen nicht genügend Wasserfläche sowie Pflanzen, Insektenlarven, Amphibienlaich und Algen zur Verfügung, um sich selbst ernähren zu können. Ihr Appetit wird stark von der Wassertemperatur beeinflusst. Unter 10 Grad verharren Fische im Ruhezustand, erst darüber erwacht ihr Appetit. Deshalb muss von April bis Ende Oktober eventuell zugefüttert werden. Das käufliche Fischfutter in Flockenform enthält Kohlenhydrate, Eiweiß, Fett, Mineralien, Vitamine und Spurenelemente in günstiger Zusammensetzung. Die Flocken verharren 10-15 Minuten an der Oberfläche, bevor sie absinken. Das Futter, das in dieser Zeit nicht verzehrt wird, ist überflüssig. Das nächste Mal wird die Ration verkleinert, sonst reichern sich zu viel Nährstoffe im Teichwasser an und fördern dadurch den Algenwuchs. Abfälle vom Essen sind als Fischfutter nicht geeignet.

Fische für den Zierteich

Was für die Pflanzen gilt, ist auch für Tiere selbstverständlich. Man ersteht sie ganz legal im Handel. Das Plündern in der Natur ist untersagt. Es trägt außerdem das Risiko in sich, dass Krankheiten eingeschleppt werden. Im Gartenteich soll es friedlich zugehen. Deshalb haben Raubfische, wie zum Beispiel Barsch und auch die vermehrungsfreudigen Stichlinge, wenig Sinn. Forellen, Narben und Gründlinge benötigen ständig Frischwasser und Strömungen, sie scheiden daher für den Teich im stehenden Wasser ebenso aus.

Fisch-Goldfisch im Gartenteich
Teichfische sind fester Bestand für jeden Gartenteich.

Eine Auswahl geeigneter Teichfische

Bitterling: (Rhodeus sericeus amarus) Der Bitterling, ein fast in ganz Europa heimischer Karpfenfisch von 6-9 cm Länge, erweckt das Interesse durch eine seltene Form der Symbiose mit der Teichmuschel. In der Laichzeit legt der Bitterling – Weibchen mit seiner Legeröhre einige Eier in die Atemöffnung der Muschel. Anschließend schwimmt das Männchen zu dieser Stelle und ergießt seine Samenmilch darüber. Die Muschel sorgt nun mit ihren Atembewegungen dafür, dass die Eier befruchtet werden und in der folgenden Entwicklungszeit von 3-4 Wochen keine Sauerstoffnot leiden. Wenn die jungen Bitterlinge ihre Amme verlassen, sind sie bereits voll schwimmfähig. Im Winter zieht er sich in die tiefere Region des Teiches zurück, um dort zu überwintern.

Elritze: (Phoxinus phoxinus) Die Elritzen, auch Bitterfisch oder Pfrille genannt, ist ein Kleinfisch aus der Familie der Karpfenfische. Es sind kleine, 6-9cm selten auch bis zu 12cm lange Schwarmfische. Sie benötigen klares, sauberes und sauerstoffreiches Wasser. Sie fühlen sich nur in einem Schwarm wohl. Die Laichzeit von April bis Juli bekommen die Männchen eine rote Unterseite. Die Weibchen legen in der Flachwasserzone ihre bis zu 1000 Eier im Kies ab. Die Wassertemperatur sollte 20 Grad nicht übersteigen. Ihre Nahrung besteht aus Wasserpflanzen, Fischlaich, Insektenlarven und Insekten. Sie können Elritzen mit Bitterling und Modernlieschen problemlos zusammen halten. Im Winter zieht sich die Elritze in die tiefere Region des Teiches zurück, um dort zu überwintern.

Gold – Silber und Blauorfe: (Leucis-cus idus) Diese schönen Schwarmfische, die einheimische Silberorfe und die Zierform Goldorfe, Blauorfe sorgen für Bewegung in größeren Teichen. Truppenweise jagen sie an der Oberfläche entlang und fangen Insekten und Wasserflöhe. Sie ernähren sich unter anderem noch von Algen, Muscheln und kleinen Fischen. Deshalb ist es nicht ratsam, kleinere Fische zusammen mit den Goldorfen im Gartenteich zu halten. Die Orfen sind sehr scheue Fische. Schnell erreichen Sie ihre Maximalgröße von 50cm. Hat der Teich eine ausreichende Tiefe von 0,80-1,00 Meter, kann die Goldorfe darin überwintern.

Plötze: (Rutilus rutilus)
Auch Rotaugen genannt, ist ein Fisch aus der Familie der Karpfenfische. Rotaugen stellen keine besonderen Ansprüche an die Wasserqualität, nur groß muss der Teich sein. Sie erreichen meist eine maximale Körperlänge von 25 bis 45 cm. Plötze laicht von April bis Mai im Schwarm, bevorzugt an Pflanzen in der Flachwasserzone. Je nach Größe legen sie 50.000-100.000 Eier ab. Ihre Nahrung besteht aus Plankton, Wasserpflanzen und Kleintieren. Ist der Gartenteich ausreichend tief angelegt, dann hat auch das Rotauge im Winter keine Probleme zu überleben.

Der Shubunkin: (Carassius auratus) Der Shubunkin sind Zierfische aus Japan, eine Zuchtvariante des Goldfisches. Shubunkins sind sehr vermehrungsfreudig. Die Paarungszeit und Laichzeit ist von April bis Mai. Der Shubunkin kann eine Fischlänge von 20 bis zu 30cm erreichen. Da es sich um einen Schwarmfisch handelt, sollte er in eine Gruppe von 4-5 oder mehr gehalten werden. Shubunkins fühlen sich nicht nur gut mit Ihresgleichen wohl, sondern auch mit Bitterling, Elritzen, Golfischen und Koi. Sie sind Allesfresser, mögen Wasserpflanzen, Kleintiere sowie Wasserflöhe und Mückenlarven. Bei einer Teichtiefe von mindestens 1,00-1,50 Metern und einem Volumen von mindestens 1000 Litern können die Shubunkin problemlos im Gartenteich überwintern.